Evangelium mit Milch? Bäääh.
Warum das spirituelle Buffet dich hungrig lässt
Neulich bekam ich einen Kommentar, der zu wichtig ist, um ihn nicht zu kommentieren.
Die Bibel ist ja nur ein Teil des lebendigen Netzwerkes der Information, die uns Gott bereitstellt. Es gibt ja noch andere heilige Bücher: den Koran, die Veden… Dass wir die Bibel zuerst anschauen, liegt ja nur geografisch in unserem Geburtsort begründet – Zufall?
Ich liebe diesen Menschen. Ich meine das ernst. Jesus sagt, wir sollen unsere Nächsten lieben, und in dem Moment, in dem ich mit jemandem kommuniziere, ist dieser Jemand mein Nächster.
Dieser spezielle Jemand hier sucht. Er ist offen. Er will Gott finden.
Aber sein Weg hat ein paar Haken. Und weil ich ihn liebe, sage ich sie ihm. Und dir auch.
Wenn du aus allem ein bisschen nimmst – Bibel hier, Koran da, Veden dort, dies oder das noch obendrauf – dann entscheidest du, was stimmt.
Deine Filter. Deine Vorstellungen. Deine Erfahrungen.
Das klingt nach Freiheit.
Ist aber ein Selbstgespräch mit spirituellem Anstrich.
Und es hört nie auf. Ständig sortieren. Ständig bewerten. Das passt, das passt nicht, das nehme ich, das lasse ich weg.
Das ist erschöpfend.
Du bist durchgehend im Bewertungsmodus. Kein Ankommen. Kein Vertrauen. Keine Sicherheit.
Nur endloses Sortieren.
Ich krieg Stressblasen, wenn ich nur daran denke.
Dazu kommt: Wer überall ein bisschen nascht, gräbt nirgendwo tief.
Ein „lebendiges Netzwerk“ aus Bibel, Koran, Veden und innerer Stimme klingt reich. Klingt nach weitem Horizont.
Ist aber ein spirituelles Buffet für Leute, die sich nicht festlegen wollen.
Hauptsache, es fühlt sich gut an.
Und das Schlimmste: Du verdünnst, was eigentlich Kraft hat.
Misch Wein mit Wasser, dann hast du Weinschorle (das geht für die meisten noch). Kipp Milch dazu, dann hast du ein Mischgetränk (das ist sehr wohlwollend ausgedrückt). Und was ist mit Kaffee? Kaffee ist auch gut! Rein damit …
Bäääh.
Misch das Evangelium mit allem anderen, dann hast du … naja. Hier bei uns würden wir sagen: eine Plörre.
Etwas Undefinierbares.
Das Evangelium ist wie ein guter Wein (hier lehne ich mich gerade weit aus dem Fenster). Wenn du einmal sein Wesen lieben gelernt hast, dann willst du ihn nicht anders trinken als pur.
Nicht weil du engstirnig bist.
Sondern weil du weißt, was du hast.
Gnade, die dich trägt. Wahrheit, die dich freimacht. Ein Gott, der dich kennt und trotzdem liebt.
Wer das einmal pur geschmeckt hat, schaut auf die Plörre und versteht nicht mehr, warum er je gemischt hat.
Aber solange du mischst?
Ohne eine Quelle, der du wirklich vertraust, musst du alles ständig kontrollieren. Abwägen. Prüfen. Nochmal prüfen.
Wem glaubst du heute? Einer Buddha-Figur? Dem Koran? Keine Ahnung. Vielleicht der Yogalehrerin von letzter Woche. Und morgen jemand anderem.
Du stehst auf Treibsand und nennst es Flexibilität.
Aber Flexibilität ohne Fundament ist kein Vorteil. Es ist Orientierungslosigkeit mit positivem Anstrich.
Wenn du Gott finden willst, schau in die Bibel.
Dort wirst du ihn finden.
So, wie er ist, und war, und immer sein wird.
Jörg “steht sicher” Peters
P.S. Ein guter Einstieg in die Bibel ist das Johannes-Evangelium (zum Lesen oder Hören: 21 Kapitel in 21 Tagen.
(Vergiss nicht, Gott vor dem Lesen um ein offenes Herz zu bitten. Sonst kann es passieren, dass du liest wie jemand, der einen Liebesbrief bekommt und auf die Rechtschreibung achtet.)



Das hast du super bildhaft beschrieben...danke! Und wenn jemand zu 100% den Koran liest oder zu 100% bhuddistisch lebt....dann ist es kein Mischmasch...aber warum ist dann trotzdem die Bibel die einzige Wahrheit? Fragen die mich einfach immer mal wieder interessieren:)